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Am 25. Juni waren Pastor Reinhard Weber und Hanna Schwanke (von der Diakonie München) bei uns zu Gast. Sie hielten einen Abend zu "Sterbende begleiten".

Die MP3 dazu kann hier angehört werden.


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Am Dienstag, den 29. Mai hielt uns der ev. Bischof, Jacob Mameo aus Tansania, einen interessanten Vortrag zum Thema "Evangelisation und Mission". Der Vortrag war allein schon deshalb spannend, da mittlerweile das "christliche" Europa zum absoluten Missionsgebiet geworden ist. Wir leben in einer "nach-christentümlichen" Gesellschaft.

Andere Nationen und deren Kirchen haben uns weit überholt. Zum Einen, was das Feuer im Glauben angeht, zum Anderen, was es heißt, hinzugehen in alle Welt und Menschen zu Jüngern zu machen. Außerdem erzählte Bischof Mameo aus seinem Leben...

Der Vortrag kann hier nachgehört werden.

Edith und Thomas Erhard berichten über ihre Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas    von Maria Driever

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Was passiert, wenn eine überzeugte „Zeugin Jehovas“ auf einen überzeugten Nichtglaubenden trifft? Heraus kommt mitunter dies: Die Zeugin Jehovas wird ausgeschlossen und der Atheist beschäftigt sich erstmals mit der Bibel. Am Ende, längst verheiratet, touren die beiden ehrenamtlich durchs Land und leisten „Aufklärungsarbeit“ zum Thema Sekten.

In diesem Sinn waren Edith und Thomas Erhard aus Nürnberg am vergangenen Dienstag zu Gast im Christustreff der Evangelischen Gemeinschaft Mering. Knapp hundert Interessierte, darunter auch viele junge Leute, waren zu ihrem Vortrag über die Zeugen Jehovas gekommen.

Die Zeugen Jehovas kennt fast jeder. Sie klingeln an der Haustür und hebeln jeden durchschnittlichen Christen leichterhand mit Bibelzitaten aus. Sie stehen in der Fußgängerzone mit der Zeitschrift „Wachturm“ in der Hand. Sie ernten eine gewisse Bewunderung für ihren missionarischen Einsatz. Warum sollte man sie nicht einfach machen lassen? Edith Erhard gibt aus ihrer Lebensgeschichte heraus die Antwort: „Weil die Mitglieder einem Druck ausgesetzt sind und in eine Abhängigkeit hineinrutschen, die mit einer freien Glaubensausübung nichts zu tun hat“.

Der Mix, den die Zeugen Jehovas anwenden, so die beiden Experten, sei vergleichbar mit anderen totalitären Strukturen: Eine Weltsicht wird zur einzigen Wahrheit erklärt, alles andere verteufelt. Wer die Organisation als Hüterin der Wahrheit hinterfragt, ist schon auf Abwege geraten. Schlechtes Gewissen, Angst (wer nicht gut genug ist, schafft es nicht unter die Auserwählten), und enge Kontrolle sind fester Bestandteil des Systems. „Die unerreichbar hohe Messlatte bringt das Selbstwertgefühl zum Verschwinden“, so Thomas Erhard. Eigenes Denken sei nicht gefragt, Fragen und Antworten werden vorgegeben, in diesem Fall durch die Zeitschrift „Wachturm“. Die gemeinschaftlichen Verpflichtungen drängen andere Kontakte zurück.

Es wurde oft gelacht an diesem Abend trotz des ernsten Themas. Nicht, dass sich die Vortragenden und das Publikum lustig gemacht hätten über die Zeugen Jehovas, im Gegenteil wurden diese respektvoll ernst genommen. Aber die Zeugen-Jehovas-Erfahrungen der Erhards waren mitunter erheiternd seltsam und der Vortrag erfrischend und authentisch.

Interessant findet Sektenexperte Thomas Erhard, dass Gruppen wie die Zeugen Jehovas zunehmend durch das Internet untergraben werden. Kontaktverbote mit Ehemaligen? Das lässt sich in den Chats im Netz leicht und vor allem anonym umgehen. Es gibt nur eine einzig wahre Sicht der Dinge? Auch in diesem Punkt arbeite das Internet dagegen.

Quelle: Friedberger Allgemeine Zeitung